Ein großes Problem für Arbeitgeber, aber auch die Mitarbeiter, ist es, wenn ein Kollege für längere Zeit ausfällt, weil er erkrankt ist. Manche Arbeitnehmer flüchten sich, wenn sie keine Lust zu arbeiten haben, in vorgetäuschte Krankheiten. Die gehen sogar zum Arzt, markieren beispielsweise Rückenbeschwerden, und schon können sie einen gelben Zettel vorweisen, mit dessen Hilfe sie für mehrere Tage oder gar Wochen daheim bleiben können. So müssen dann die Kollegen die Arbeit des fehlenden Mitarbeiters mit erledigen, und der Chef muss ein Gehalt für jemanden zahlen, der gar nicht da ist. Erst nach sechs Wochen übernimmt die Krankenkasse die Lohnfortzahlung. Für Menschen, die wirklich krank sind, hat beinahe jeder Arbeitgeber Verständnis, allerdings nicht für solche, die einen Urlaub nicht genehmigt bekommen haben und deswegen blau machen.
Nun hat man als Arbeitgeber nicht viele Möglichkeiten, um feststellen zu können, ob ein Arbeiter wirklich krank ist, oder ob er einen bezahlten, zusätzlichen Urlaub genommen hat. Kommt es öfter vor, dass jemand krank geschrieben daheim bleibt, kann man diese Person bestenfalls zum Amtsarzt schicken, um sich die Krankheitsgeschichte bestätigen lassen. Natürlich kann man auch hoffen, dass die Kollegen den Mitarbeiter bei seinen Ferien auf Rezept erwischen und ihn verpetzen; allerdings ist es sicherer, gleich eine Detektei zu beauftragen, die den Verdächtigen unter die Lupe nimmt. Wie der Detektiv dann seine Arbeit macht, um einen vermeintlichen Schwänzer zu überführen, sei dahingestellt; dennoch ist dies oft die einzige Lösung. Es gibt wirklich Angestellte, die sich das Krankfeiern zum Hobby machen, und so dem Betrieb viele unnötige Kosten verursachen.
Ein weiteres Kapitel im Thema Krankheit am Arbeitsplatz ist ganz anders ausgerichtet. Es ist nicht unbedingt von Vorteil, wenn manche Angestellten ihre Aufgaben so ernst nehmen, dass sie auch mit einer starken Erkältung oder einer Grippe zur Arbeit gehen. Zwar ist dies, im Bezug auf die Arbeitseinstellung, als sehr löblich anzusehen, kann aber auch nach hinten losgehen. Steckt jemand seine ganze Abteilung an, fallen viele Menschen aus, die Arbeit stagniert und der Umsatzausfall für den Arbeitgeber ist höher, als wäre der einzelne Kranke daheim geblieben.
Mit einer guten Einstellung zum Job wird man sich genau überlegen, wann man daheim bleiben kann, und wann nicht. Jeder Chef versteht es, wenn es einmal wirklich nicht geht. Dieses Vertrauen sollte man aber nicht ausnutzen, denn im schlimmsten Fall kann der Arbeitsplatz auf dem Spiel stehen. Sich selbst zu überwinden, und trotz eines zwickenden Rückens arbeiten zu gehen, ist besser, als gekündigt zu werden, und sich nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen zu müssen.
